Saisonrückblick 2018 Teil I

In den letzten Monaten sind meine Blogeinträge etwas zu kurz gekommen. Es wird Zeit euch zu berichten was bisher geschah. Da ein Angeljahr bei uns nie wirklich endet, ist es recht schwierig jetzt den Einstieg in die Saison zu finden.

Beginnen wir mit einem Märztrip nach Spanien. Mit zwei guten Freunden ging es an den Ebro. Wir hatten bei dieser Tour keinen speziellen Zielfisch, wir wollten raus aus dem tristen Winter und einfach ein paar Fischen fangen. Das ist uns auch gelungen, besonders bleiben uns die viele kapitalen Barsche im Gedächtnis. Nur wenige Stachelritter waren unter 40cm und dazu waren sie noch kugelrund und schön gezeichnet. Die Frequenz an Zandern war ebenfalls hervorragend, kapitale Zander waren uns aber hier nicht vergönnt. Ein paar ruhige, sonnige Nachmittage verbrachten wir in einer kleinen Bucht beim Karpfenangeln mit Dosenmais und Futterkörbchen. Ebenfalls eine spannende Angelei mit kampfstarken Schuppis in einer tollen Landschaft.  Abgerundet hat unser Spanientrip noch die Aktivangelei auf Wels. Wir unternahmen Klopftouren auf dem Stausee und Vertikaltouren im Zwischenstau. Welse fingen wir, vorrangig kleine Exemplare, der beste Fisch war ein super Kämpfer mit etwas über 1,90m. Abschließend kann man sagen, wir hatten eine tolle Zeit mit schönen Wetter und super Fischen. Der Aufwand bei dieser Flugreise war gering und der Service im Angelcamp von Andrees Angelreisen wird wirklich großgeschrieben.

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.Kaum wieder in Deutschland gelandet hieß es auch schon, Boot zu Wasser bringen und Start in die neue Raubfischsaison. Mit dem 1. April ging es mit meinen Gästen gezielt auf Hecht, möglichst groß war das Ziel. „Go Big or go Home“ war das Motto der folgenden Wochen und der Plan ging meist auf. Gezielter Einsatz großer Köderklassen, meist unbeschwerte Gummis über 20cm brachten viele schöne Fische ins Boot. Die Anzahl der Meterfische war beeindruckend und so purzelten einige Bestmarken meiner Gäste. Einen schöneren Start in die Raubfischzeit konnte man sich als Guide kaum wünschen. So sensationell wie die Saison begann, so schnell war der Spuk Mitte Mai auch wieder vorbei. Der rasche Temperaturanstieg, über und unter Wasser beendete unser Frühjahrsfischerei recht schnell.  Abgerundet wurde meine erste Saisonhälfte mit einigen erfolgreichen Gästetouren, Anfang Juni mit dem Zielfisch Zander.

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Was jetzt folgte wäre schon einen eigenen Beitrag wert, die Predatortour 2018 im Holländischen Hollands Diep und Haringvliet. Wem das nix sagt der kann gern mal bei You Tube sich ein paar Videos zu diesem Event anschauen. Die Predatortour wird als inoffizielle Europameisterschaft im Raubfischangeln bezeichnet. Nicht ohne Grund, hier trifft sich die „Who is Who“ der Europäischen Raubfischscene. Modernste Angelboote mit kraftstrotzenden Motoren machen schon mal mächtig Eindruck. Dazu kommt das geballte Anglerwissen von 240 Raubfischanglern aus allen Europäischen Nationen. In einem ausgeklügelten System, wird über drei Angeltage das erfolgreichste Anglerteam ermittelt. Für uns beide Plauer war es das erste Mal, dass wir an solch einem Turnier teilgenommen haben. Wir haben es nicht bereut. Nun muss man dazu sagen, dass es in diesen großen Deltagewässern auch eine hohe Bestandsdichte an Zandern, Barschen und kapitalen Hechten gibt. Nicht ohne Grund gehören diesen Rheinmündungsgebiete wohl zu den besten Raubfischgewässern Europas. Obwohl wir keine Gewässerkenntnisse hatten, haben wir bereits in unseren Trainingstagen sehr gut gefangen. Wir fanden schnell einige Stellen die uns auch während des Wettbewerbes unsere Zander und Barsche sichern sollten,

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der Hecht blieb unser „Angstgegner“. Mit dem Start in die Wettbewerbstage verfolgten wir den Plan, dass Feld von hinten auf zu rollen. Das Regelwerk lässt eine Wertung erst zu, wenn man drei Hechte, drei Barsche und drei Zander gefangen hat.  Wir begannen unsere Barschstellen zu beangeln und dank der guten Vorarbeit fingen wir innerhalb der ersten beiden Stunden unser drei Barsch (ü 40cm) und drei Zander (ü 60cm) damit blieb uns viel Zeit die Hechte zu finden. Dies gelang uns auch am Folgetag, zwei mittlere Hechte um 60cm und ein Fisch von Mitte 90 katapultierten uns bereits Mitte des zweiten Tages auf den 4. Platz. Damit war unser eigenes Ziel erreicht, alle 9 Wertungsfische zu fangen. Leider verließ uns in den folgenden 1 ½ Tagen etwas das Anglerglück, wir fingen zwar noch konstant unsere Fische aber leider konnten wir nur noch wenige Zentimeter/Punkte gutmachen. Wir rutschten so langsam aber stetig nach unten, da andere Angler verdienter Weise besser gefangen haben. Wir waren mit uns aber im Reinen…

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Es war ein gelungener Einstieg und eine tolle Erfahrung auch mal unter Wettkampfbedingungen auf Raubfische zu angeln. Im kommenden Jahr werden wir ebenfalls die Predator Tour 2019 mit angeln, aber am Vänern in Schweden. Wir freuen uns jetzt schon auf die großen Hechte im Norden und eine perfekt organisierte Veranstaltung mit den Angellegenden aus Skandinavien.

Wieder in der Heimat fischte ich mit Gästen auf Zander und nach Ladenschluss auch gern einige Nächte allein auf Karpfen. Beides lief trotz der sommerlichen Verhältnisse recht gut. Besonders bleiben mir ein paar erfolgreiche Nächte Mitte Juli im Gedächtnis, wo ich mehrere kapitale Spiegler und Grasskarpfen in einem Gewässer mit sehr geringer Bestandsdichte fangen konnte.

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Mit langanhaltender Hitze wurde die Angelei, jeglicher Art ab Ende Juli bis Anfang September deutlich zäher. Eine Ausnahme stellt dabei nur die Barschangelei dar. In den Havelgewässern gab es zwar eine hohe Frequenz leider mangelt es uns hier an Größe, die einzigen guten Barsche, konnte ich im Familienurlaub in Mecklenburg fangen.

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Nun steht bald die zweite Hälfte meiner Guidingsaison an. Ab Oktober wird wieder viel geworfen, auf Zander und Hecht. Schauen wir doch mal ob wir an die tollen Fänge des Frühjahrs anknüpfen können. Wer Lust hat, es gibt noch ein paar wenige freie Tourenplätze in der anstehenden heißen Phase.

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Ich wünsche Euch allen eine fischreiche Herbstsaison.

Jan Borek